← Zurück zur Startseite

Gedichte & Balladen

... Kathinka Zitz (1801-1877)

0 Aufrufe

Quelle Text und Bild: Wikipedia

Kathinka Therese Pauline Modesta Zitz, geb. Halein, genannt Kathinka Zitz-Halein (* 4. November 1801 in Mainz; † 8. März 1877 ebenda) war eine deutsche Schriftstellerin. Zitz, die die meiste Zeit ihres Lebens in Mainz verbrachte und dort den Revolutionär Franz Heinrich Zitz heiratete, engagierte sich auch gesellschaftlich und gründete 1849 den „Humania-Verein für vaterländische Interessen“.

Leben
Kathinka Zitz wurde als Tochter des wohlhabenden Handelsmanns Anton Viktor Felix Halein zu Mainz geboren. Sie wurde in Pensionaten in Mainz und Straßburg ausgebildet und entdeckte ihr Talent für das Schreiben. Ihre ersten Arbeiten wurden im Alter von sechzehn Jahren veröffentlicht.

Nach dem Tod ihrer Mutter Anna Maria Kunigunde Halein geb. Makowitzka am 26. Mai 1825 und dem Bankrott des Vaters nahm sie in Darmstadt eine Stelle als Erzieherin an. 1827 übernahm sie die Leitung des Höheren Töchterinstituts in Kaiserslautern. Die Anstellung gab sie jedoch nach kurzer Zeit wieder auf, um sich um ihre kranke jüngere Schwester Julia Charlotte Barnabida Halein zu kümmern, die 25-jährig am 13. Juni 1833 starb.

Kathinka Zitz löste das 10-jährige Verlöbnis mit einem preußischen Offizier Namens Wild auf, da der Heiratsantrag ausblieb. Jahre später, am 3. Juni 1837 heiratete sie den 2 Jahren jüngeren, vermögenden Advokaten und Politiker Dr. Franz Heinrich Zitz (1803–1877), nachdem sie ihm mit einer Selbstmorddrohung das Eheversprechen abgepresst hatte. Zitz war später einer der Führer der revolutionären Mainzer Bewegung und Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung in der Paulskirche. Bald nach der Hochzeit verließ er die erzwungene Ehe und begegnete Kathinka zeitlebens nicht mehr (s. Ludwig Bamberger "Erinnerungen", Berlin 1899;Fröbel in ADB - Allgemeine Deutsche Biographie - um 1900).

Im Januar 1844 denunzierte Kathinka Zitz den für die Mainzer "Narrhalla" verantwortlichen Redakteur Ludwig Kalisch mit 2 Briefen an den Großherzog in Darmstadt wegen "Beleidigung gekrönter Häupter....man gestattet jenem fremden Burschen...Könige und Bürger zu verunglimpfen und zu beleidigen". Kalisch kam aus Posen...

Die "Narrhalla" war in Mainz einzige Publikation, die unter dem Narrengewand und deshalb nur während der Karnevalskampagnen in jeweils mehreren Ausgaben mit Satire, Persiflage und Humor gegen Fürstentümelei und Kleinstaaterei, Zensur und Schnüffelei, aber für Demokratie und Pressefreiheit agierte. Infolge der Denunziation wurde das Blatt auf dem Höhepunkt der Kampagne im Februar 1844 verboten, ein anderes Forum für demokratische Aktivitäten gab es nicht (s. Heim und Welt, Unterhaltungsblatt zur Mainzer Tageszeitung von 1924, Nr. 13; Ludwig Kalisch in "Narrhalla" v. Februar 1844, S. 81-83).

Ihre Fürstenverehrung bekräftigte K. Zitz im Jahr 1846 durch Übersendung "vaterländischer Gedichte" an den Großherzog (Hausarchiv des ghzgl. Kabinetts D 12 Nr. 50/65).

Eine irgendwie geartete Beteiligung an der revolutionären Entwicklung lässt sich für sie ebenso wenig wie eine Mitgliedschaft im bald nach den Märztagen gegründeten Demokratischen Verein objektivieren. Die erst nach der Revolution verfassten Texte hierzu gehen über die gleichzeitigen und häufigen zeitgenössischen Reflexionen in Prosa und Lyrik anderer Bürger nicht hinaus. Im Wesentlichen sind ihre diesbezüglichen Texte erst ab 1850 zu fassen(s. Fröbel a. a. O.).

Ab 1849 entstanden im Deutschen Bund viele Frauenhilfsvereine. Im Mai dieses Jahres wurde in Mainz die "Humania" gegründet, wobei Kathinka Zitz und die Mutter Ludwig Bambergers federführend waren. Ziel war Unterstützung und Hilfe für verwundete und gefangene Freischarsoldaten, auch Zuwendungen für die Flucht politisch Verurteilter. In der Zeitschrift "Der Demokrat" berichtete sie hierüber, war wegen dieser Aktivitäten jedoch nie verfolgt oder angeklagt (s. Verhandlungen des rhh. Hochverratsprozesses von 1850"). Anfang 1850 schied Kathinka Zitz aus dem Verein aus.

Im Laufe der nächsten Jahre schrieb sie umfangreiche Aufsätze, Novellen, Gedichte, Übersetzungen, Zeitungsartikel, Erzählungen und Romane, die sie unter ihren Geburtsnamen Kathinka Halein und verschiedenen Pseudonymen wie etwa Kathinka, Tina Halein, Emeline, August Enders, Johann Golder, Rosalba, Stephanie, Tina, Viola, Auguste, Emilie, Eugenie, Pauline usw. veröffentlichte.

Von einem hessischen Orden wurde sie für ihre Samariterwirksamkeit im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 geehrt. Am Grauen Star erkrankt, verbrachte sie seit 1873 ihre letzten Lebensjahre im St. Vinzenziuspensionat der Barmherzigen Schwestern in Mainz.

Literarisches Werk
Zitz-Halein hinterließ ein umfangreiches literarisches Werk. Schon in ihrer Jugendzeit veröffentlichte sie zahlreiche Werke in Zeitschriften und Zeitungen. Ihre Poesie war zunächst licht und fröhlich, zeigte aber schon nachdenkliche, melancholische Anwandlungen, die sich nach dem Scheitern der Ehe mit Franz Zitz verdichteten. Der im Jahr 1846 veröffentlichte Gedichtband Herbstrosen in Poesie und Prosa repräsentiert ihr lyrisches Schaffen vor diesem Bruch. In den Revolutionsjahren tat sie sich – etwa in Donner und Blitz (1850) und Dur- und Molltöne. Neuere Gedichte (1859) – mit freisinnig gefärbten Gedichten und Prosastücken hervor, die ihr gesellschaftliches Engagement widerspiegeln. In den Folgejahren kam sie jedoch mehr und mehr in finanzielle Schwierigkeiten, die sie durch eine gesteigerte Literaturproduktion zu bekämpfen versuchte. Der literarischen Qualität ihrer Werke kam dies jedoch nicht zugute:

„Infolge ihrer vielschreiberischen Skrupellosigkeit bei der Stoffwahl maß man zuletzt ihrem Wirken keinen Werth mehr bei: ‚Donner und Blitz [s. o.] von Kathinka Zitz‘ ward in Mainz geläufige Redensart, flache Belletristik zu kennzeichnen.“

– Ludwig Fränkel[1]

Ihre erhebliche Literaturproduktion, vorwiegend als Erwerbschriftstellerei dem jeweiligen Zeitgeschmack folgend, war bereits 15 Jahre nach ihrem Tod vergessen (Mainzer Nachrichten Nr. 1 v. 1893)

Am Ende ihres literarischen Schaffens stehen einige vielbändige Werke über berühmte Dichter. Namentlich entstand ein elfbändiges Werk über Johann Wolfgang von Goethe (Der Roman eines Dichterlebens, 1863), das sechsbändige Rahel, aber dreiunddreißig Jahre aus dem Leben einer edlen Frau (1864) über Rahel Varnhagen von Ense, das ebenfalls sechsbändige Heinrich Heine der Liederdichter. Ein romantisches Lebensbild (über Heinrich Heine, 1864) und das 1867 veröffentlichte Werk Lord Byron. Romantische Skizzen aus einem vielbewegten Leben in fünf Bänden, die George Gordon Byrons Leben zum Thema haben.

Rezeption
Am 24. November 1998 benannte die Stadt Mainz auf Vorschlag der Autorin Marlene Hübel, Mainz, Mitglied von Soroptimist International, den Weg zwischen Weihergarten und Hollagäßchen zu Ehren der Schriftstellerin Kathinka-Zitz-Weg.
Der deutsche Schriftsteller Arno Schmidt (1914–1979) machte sie zur Heldin seiner Erzählung Tina oder über die Unsterblichkeit, in der der Ich-Erzähler die Möglichkeit zur Reise in ein Dichterelysium bekommt, in dem berühmte und weniger berühmte Schriftsteller darauf warten, in Vergessenheit zu geraten, um endlich ihre Ruhe finden zu können.

Werke
Magdalene Horix oder Vor und während der Klubistenzeit. Ein Zeitbild. 1858, 3-bändiger Roman.
Wahre Freiheit. Neuauflage von Dietmar Noering (Hrsg.), Bangert und Metzler, Frankfurt am Main 1987, ISBN 3-924147-21-3.
Sonderbare Geschichten aus den Feenländern. Friedrich Campe, Nürnberg 1844.

Dieser Text wurde entnommen:
„http://de.wikipedia.org/wiki/Kathinka_Zitz-Halein“