von Wilhelm Hauff (1802-1827) Dieser sah ihn wehmütig an und seufzte: "Glauben Sie mir", sagte er, "auch ich war einst erfüllt von diesem Himmelskind; auch mir war sie eine Erscheinung wie aus Jenseits, wie des großen Dichters Mädchen aus der Fremde; ich sah, …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Ein stiller, aber scharfer Beobachter erschien jetzt auf dem Schauplatz, es war der fremde Herr, den der Graf unter dem Namen eines Herrn von Ladenstein bei dem Präsidenten einführte. Die Empfehlung eines Hausfreundes, wie der Gra …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) So verdeckt hier jedes sein Spiel spielte, so geheim alle diese Fäden gesponnen, angeknüpft und nach und nach zu einem dichten Gewebe verschlungen wurden, so merkte man doch hin und wieder, was vorging. Fräulein Sorben und die alt …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Wie es an jenem Abend war, ebenso war es auch in den nächsten Tagen. Der Hofrat hätte vielleicht alles bald wieder ins Gleis bringen können, aber das Unglück wollte, daß er in wichtigen Angelegenheiten an demselben Abend verreisen …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Als Ida in das Teezimmer trat, stellte ihr der Präsident ..., nein, sie hätte mögen gerade in den Boden sinken - "Siehe da, Ida", sagte er, "ein Bekannter von dir aus der Residenz, Herr von Sporeneck, hat uns diesen Abend mit sein …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Es war, als seie ein feindlicher Dämon mit der Gräfin in Präsidents Haus eingezogen. In wenigen Stunden war alles, das ganze ruhige, stille Leben des Hauses verändert. Alles rannte und flog, um den hohen Gast zu bedienen; es war e …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Das Gift, das die Gräfin Natterzunge ausgesprützt hatte, wirkte viel tödlicher auf Martiniz, als man hätte denken sollen. Ein anderer hätte entweder der Gräfin keinen Glauben beigemessen, hätte gedacht, nun das ist so das gewöhnli …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Die Flügeltüren flogen auf, und Ida, hocherrötend beim Anblick des Geliebten, führte die Gräfin herein. Sie zitterte, von so vielen gegeneinander kämpfenden Empfindungen bestürmt, die Stimme wollte ihr beinahe versagen, als sie de …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Ida fühlte einen tiefen Stich im Herzen, als sie die Gräfin aus dem Wagen steigen sah. "Nun adieu, Liebes- und Lebensglück", seufzte sie, indem sie einen trüben Blick über Martiniz hinfliegen ließ und zur Treppe eilte, um den erla …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Der >Rittmeister hatte bis jetzt noch kein Wort gesprochen; aber die Miene des alten Fuchses mochte ihm doch nicht so ganz spaßhaft vorkommen, als sie aussehen sollte; "mir scheint es, als dürfe man die Sache nicht nur so gehen la …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Die höllischen Latwerge und Rhabarbermüschen aus der Leumundsiederei Schulderoff und Komp. taten ihre Wirkung vollkommen. Kaum hatte Onkel Sorben, eine jener Hofseelen, die durch Intrigen geboren, mit Intrigen großgezogen werden u …
von Wilhelm Hauff (1802-1827) Solange er da war, war es dem Grafen und Ida ziemlich leicht zu Mut; zwar prickelte es beiden ein wenig ängstlich im Herzen, denn das Wiedersehen nach einem so wichtigen Moment, wie die gestrige Mitternacht war, führt immer eine k …