Balladen

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Der Sänger und die Fremden

von Gustav Schwab (1792 - 1850) Ein Harfner sitzt auf moos'gen Steinen, Er läßt das Volk des Weges ziehn; Er spielt und kümmert sich um keinen, Und keiner kümmert sich um ihn. Zuweilen schielet wohl den Sänger Ein Weidmann oder Pflüger an, Und denkt: wer ist d …

Gustav Schwab

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Frau Rösel

von Gottfried Keller (1819-1890) Frau Rösel ist eine gute Frau, wie liebt sie ihren König, den König und sein ganzes Haus und isst und trinkt so wenig! Die gute, arme Frau Rösel. Und als es hieß, der junge Prinz wird seine Braut heimführen, da sprach der Vogt: …

Gottfried Keller

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Has von Überlingen

von Gottfried Keller (1819-1890) Es war der Has von Überlingen, der scheut' den Märzen wie den Tod; denn in die Glieder fühlt' er dringen mit ihm des Alters leise Not. Wann nun die Morgenlüfte wehten nach letzten Hornungs Mitternacht, sah man ihn vor die Türe …

Gottfried Keller

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Die Heideschenke

von Nikolaus Lenau (1802-1850) Ich zog durchs weite Ungarland; mein Herz fand seine Freude, als Dorf und Busch und Baum verschwand auf einer stillen Heide. Die Heide war so still, so leer, am Abendhimmel zogen die Wolken hin gewitterschwer, und leise Blitze fl …

Nikolaus Lenau

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Die Werbung

von Nikolaus Lenau (1802-1850) Rings im Kreise lauscht die Menge bärtger Magyaren froh; aus dem Kreise rauschen Klänge: Was ergreifen die mich so? - Tief gebräunt vom Sonnenbrande, rot geglüht von Weinesglut, spielt da die Zigeunerbande und empört das Heldenbl …

Nikolaus Lenau

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Die Drei

von Nikolaus Lenau (1802-1850) Drei Reiter nach verlorner Schlacht wie reiten sie so sacht, so sacht! Aus tiefen Wunden quillt das Blut, es spürt das Ross die warme Flut. Vom Sattel tropft das Blut, vom Zaum und spült hinunter Staub und Schaum. Die Rosse schre …

Nikolaus Lenau

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Die drei Indianer

von Nikolaus Lenau (1802-1850) Mächtig zürnt der Himmel im Gewitter, schmettert manche Rieseneich' in Splitter, übertönt des Niagara Stimme, und mit seiner Blitze Flammenruten peitscht er schneller die beschäumten Fluten, dass sie stürzen mit empörtem Grimme. …

Nikolaus Lenau

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Lied der Kreuzfahrer

von Novalis (1772-1801) Das Grab steht unter wilden Heiden; Das Grab, worin der Heiland lag, Muß Frevel udn Verspottung leiden Und wird entheiligt jeden Tag. Es klagt heraus mit dumpfer Stimme: Wer rettet mich vor dieser Stimme! Wo bleiben seine Heldenjünger? …

Novalis

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Der Mönch von Heisterbach

von Wolfgang Müller von Königswinter (1816 - 1873) Ein junger Mönch von Heisterbach Lustwandelt an des Gartens fernstem Ort, Der Ewigkeit sinnt still und tief er nach, Und forscht dabei in Gottes heil'gem Wort. Er liest, was Petrus der Apostel sprach: Dem Herr …

Wolfgang Müller von Königswinter

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Vineta

von Wilhelm Müller (1794 - 1827) Aus des Meeres tiefem, tiefem Grunde Klingen Abendglocken dumpf und matt, Uns zu geben wunderbare Kunde Von der schönen alten Wunderstadt. In der Fluten Schoß hinabgesunken, Blieben unten ihre Trümmer stehn; Ihre Zinnen lassen …

Wilhelm Müller

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Die verlorene Kirche

von Ludwig Uhland (1787 - 1808) Man höret oft im fernen Wald Von oben her ein dumpfes Läuten; Doch niemand weiß, wo wann es hallt, Und kaum die Sage kann es deuten. Von der verlor'nen Kirche soll Der Klang ertönen mit den Winden; Einst war der Pfad von Wallern …

Ludwig Uhland

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Nachbar Helm und seine Linde

von Franz Cornelius Honcamp (1805 - 1866) Im Häuslein gegenüber, da wohnt ein Zimmermann, Heut' vor dem Haus die Linde hub er zu fällen an. Ich sprach: "Gott grüß' euch, Nachbar! doch sagt, was ihr beginnt? Der Baum beschützt das Häuslein vor Wetter doch und W …

Franz Cornelius Honcamp

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