von Arthur Fitger (1840 - 1909) Du meinst, ich sollte klagen Um dich und deinen falschen Sinn? Feinslieb, ich kann's ertragen, Daß ich so einsam bin. Und wächst kein einzig Röslein auch Auf meines Lebens Dornenstrauch, Ich kann es wohl entbehren; Und Treu' und …
von Arthur Fitger (1840 - 1909) Singend über die Heide Steigen Lerchen empor, Goldige Knospen der Weide Dringen am Ufer hervor. Und der Himmel so wunderblau, Allüberall hellsonnige Schau! Ich und mein Lieb, wir beide Wandeln durch sprießendes Rohr. Kargen Wort …
von Ludwig August Frankl (1810 - 1894) Wenn du ein tiefes Leid erfahren, Tiefschmerzlich, unergründlich bang, Dann flüchte aus der Menschen Scharen Zum Walde richte deinen Gang. Die Felsen und die Bäume wissen Ein Wort zu sagen auch vom Schmerz; Der Sturm, der …
von Julius Hammer (1810-1862) Vertraue Dich dem Licht der Sterne, Beschleicht dein Herz ein bittres Weh; Sie sind dir nah' in weiter Ferne, Wenn Menschen fern in nächster Näh'; Und hast du Thränen noch, so weine, O weine satt dich ungesehn, Doch vor dem Aug' d …
von Berthold Sigismund (1819 - 1864) Du altes, ehrliches Gesicht, Da liegst du nun und kennst mich nicht, Du faltest deine rauhen Hände Zur süßen Ruhe ohne Ende. Behaglich, Alter, liegest du, Wie bei der kurzen Ernteruh', Wenn hinter einem Garbenhaufen Du Dich …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Sei ein braver Biedermann, Fange tüchtig an zu loben! Und du wirst von uns sodann Gerne mit emporgehoben. Wie, du ziehst ein schiefes Maul? Willst nicht, daß dich andre adeln? Na, denn sei mir nur nicht faul Und verlege dich aufs …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Es stand vor eines Hauses Tor Ein Esel mit gespitztem Ohr, Der käute sich sein Bündel Heu Gedankenvoll und still entzwei. – Nun kommen da und bleiben stehn Der naseweisen Buben zween, Die auch sogleich, indem sie lachen, Verhaßte …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Hoch von gnadenreicher Stelle Winkt die Schenke und Kapelle. - Aus dem Tale zu der Höhe, In dem seligen Gedränge Andachtsvoller Christenmenge Fühlt man froh des andern Nähe; Denn hervor aus Herz und Munde, Aus der Seele tiefstem G …
von Wilhelm Busch (1832-1908) Viel Freude macht, wie männiglich bekannt, Für Mann und Weib der heilige Ehestand! Und lieblich ist es für den Frommen, Der die Genehmigung dazu bekommen, Wenn er sodann nach der üblichen Frist Glücklicher Vater und Mutter ist. - …
von Gottfried Kinkel (1815 - 1882) Es heilt die Nacht des Tages Wunden, Wenn mit der Sterne buntem Schein Das königliche Haupt umwunden Sie still und mächtig tritt herein. Die milden, leise Hauche kommen, Der Farben helle Pracht erblaßt; In weicher Linie ruht …
von August Silberstein (1827 - 1900) Leise atmend weilt die Nacht, Und die Sterne flimmern, Nur ein Mutterherz noch wacht Bei der Lampe Schimmern. Süße Nacht, o Mutter Nacht! Mit den sanften Armen Hüllst du uns in Schlummer sacht, Träumen und Erbarmen! Rastlos …
von Robert Reinick (1805-1852) Der laute Tag ist fortgezogen, Es kommt die stille Nacht herauf, Und an dem weiten Himmelsbogen, Da gehen tausend Sterne auf; Und wo sich Erd' und Himmel einen In einem lichten Nebelband, Beginnt der helle Mond zu scheinen Mit mi …